In der zweiten Verhandlungsrunde in Berlin machte die Arbeitgeberseite erneut deutlich, dass die Forderung der Gewerkschaft nach einer Lohn- und Gehaltserhöhung von 7 Prozent angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Druckindustrie nicht umsetzbar sei. Der BVDM verwies darauf, dass die Branche weiterhin unter einer schwachen Auslastung sowie einem extremen Einbruch der Produktivität leidet. Der Handlungsspielraum der Tarifpartner ist daher sehr gering. Der Verhandlungsführer des BVDM, Dr. Klemens Berktold, unterstrich erneut die Bereitschaft der Arbeitgeber, konstruktive Gespräche über einen Tarifabschluss zu führen. Allerdings habe sich die wirtschaftliche Lage der Branche seit dem letzten Tarifabschluss weiter verschlechtert, dem müssten BVDM und ver.di bei ihren Entscheidungen Rechnung tragen. Um die Verhandlungen voranzubringen, hat die Verhandlungskommission des BVDM in der heutigen zweiten Verhandlungsrunde folgenden ersten Vorschlag für eine Einigung vorgelegt: zum 1. Januar 2027: Lohnerhöhung um 1,6 %zum 1. Januar 2028: Lohnerhöhung um 0,9 %Laufzeit: 24 Monate (bis Ende Juli 2028) Die Gewerkschaft hat dieses Angebot zurückgewiesen. Insbesondere auf Grund der für das laufende und das nächste Jahr prognostizierten Inflationsentwicklung und zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses sei es erforderlich, die Löhne und Ausbildungsvergütungen deutlich zu erhöhen. Ver.di verwies dabei auch auf die bessere Lohnentwicklung in anderen Branchen, etwa der Chemie- und Metallindustrie oder der Energiewirtschaft. Die geringe Produktivität der Druckindustrie sei auf die schlechte Auslastung, arbeitgeberseitig unterlassene Investitionen und veraltete Maschinen zurückzuführen und sei somit nicht von den Arbeitnehmern verursacht. Die ver.di-Vertreter wiederholten zudem ihre Forderung nach einer Anhebung des untersten Tariflohns auf 14,90 Euro pro Stunde und verwiesen hierzu auf einen ver.di-internen Grundsatzbeschluss. Aus Sicht des BVDM sind Vergleiche mit anderen Branchen mit ganz anderen Rahmenbedingungen für den Weg zu einem für die Druckindustrie tragbaren Tarifabschluss ebensowenig hilfreich wie der Verweis auf gewerkschaftsintern gefasste Beschlüsse. Die Tarifparteien der Druckindustrie müssen vielmehr ihrer Verantwortung gerecht werden und autonom einen Kompromiss auf Basis der Möglichkeiten ihrer eigenen Branche aushandeln. Trotz intensiver Gespräche konnte in der zweiten Verhandlungsrunde noch keine Annäherung erzielt werden. Die Verhandlungen wurden am Abend beendet und auf den 7. September 2026 in Hamburg vertagt. Die heutige Pressemitteilung des BVDM sowie laufende Updates zur Tarifrunde finden Sie auch auf der BVDM-Website unter: https://www.bvdm-online.de/bvdm/branchenportal/arbeit-tarif/tarifpolitik/tarifrunde-2026.